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Stern, Wetterfahne und Kugel vom Rathausturm geborgen

Am Nachmittag des 8. Oktober 2020 haben Schmiedemeister Erhard Merkel aus Friedrichshain und Klempnermeister Georg Nennewitz aus Groß Kölzig den Stern, die Wetterfahne und die Kugel vom eingerüsteten Rathausturm geborgen.

In der Kugel kamen drei metallene Hülsen zum Vorschein, in denen jeweils Dokumente und eventuell andere Zeitzeugen aus den Jahren 1791, 1899 und 1987 enthalten sind. Das Öffnen der Hülsen erfolgt Anfang November; bis dahin sind die drei Behälter sicher verwahrt.

Nach dem letzten großen Stadtbrand am 30. Juli 1705 wurde im Jahr 1706 an der Westseite des Marktplatzes das jetzige Rathaus fertiggestellt; es war ein schlichter und zunächst turmloser Barockbau. Erst im Jahr 1720 konnte der Turmbau auf den alten Fundamenten ausgeführt werden. Er hatte damals noch nicht seine heutige Form, sondern war schlanker und hatte eine kürzere, gedrungene Spitze. Bereits 70 Jahre später wurde er wegen seines schlechten Bauzustandes erneuert und erhielt im Jahr 1791 seine jetzige Gestalt.

Im Rahmen der Generalrenovierung des Rathauses 1899/1900 erfuhr der Turm eine Erhöhung auf ca. 37 Meter.

Im Spätherbst 1986 wurde der Turm erneut eingerüstet, um das Schieferdach zu sanieren. Gleichzeitig erfolgte die Erneuerung von Stern, Wetterfahne und Kugel. Die Wetterfahne – aus dem Jahr 1791 stammend – war nicht mehr rekonstruktionswürdig. Sie wurde dem Niederlausitzer Heidemuseum für die ständige Ausstellung zur Verfügung gestellt. Die Klempner- und Installationsfirma Eckstein übernahm es, die neue Wetterfahne nach der Vorlage der alten anzufertigen. Helmut Eckstein war ein direkter Nachkomme von Klempnermeister Tittelhof, der bereits 1899 die Klempnerarbeiten bei der Rekonstruktion des Rathauses ausführte.

Die derzeitigen Sanierungsarbeiten am Rathausturm begannen im Juni 2020. Sie umfassen Gerüstarbeiten, Zimmerer- und Holzschutzarbeiten, Dachdecker- und Dachklempnerarbeiten, Fassadensanierungsarbeiten sowie die Rekonstruktion des Turmschmuckes und der Turmuhr.

Die Bauleitung erfolgt durch das Spremberger Ingenieur- und Architekturbüro Brückner.

Es wurden sieben Baulose an überwiegend lokale Firmen vergeben.

Auch nach der Sanierung steht der Turm aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung.

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